Zwei Gläser Sekt werden angestoßen

Was ist der Unterschied zwischen Sekt und Prosecco?

 

Das Trendgetränk Prosecco wird in Österreich oft als Synonym für Schaumwein verwendet, wobei sich nur Produkte aus einer bestimmten Region Prosecco bezeichnen dürfen. Im folgenden Artikel wird der Unterschied zwischen Sekt – einem Schaumwein aus Österreich und Deutschland – und Prosecco – einem prickelnden Getränk aus einer norditalienischen Region – näher erläutert.. 

Herkunftsbezeichnung vs. Herstellung 

 

Damit ein Schaumwein als Prosecco bezeichnet werden darf, müssen einige Kriterien erfüllt sein. Allen voran, müssen die Trauben aus dem Prosecco-Gebiet in Norditalien stammen. Genauer gesagt liegt dieses Gebiet im Veneto und zum Teil in Friaul-Julisch Venetien, mit den „Hauptstädten“ Valdobbiadene und Conegliano, wenn man so will. Somit ist Prosecco primär eine Herkunftsbezeichnung, die dann noch weiter in Qualitäts-Gebiete unterteilt werden kann:

  • DOC: denominazione di origine controllata, übersetzt „kontrollierte Ursprungsbezeichnung“, für Prosecco allgemein
  • DOCG: denominazione di origine controllata egarantita, übersetzt “kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung“. Diese Bezeichnung können nur die Premiumprodukte aus Asolo, Valdobbiadene und Conegliano tragen.

Sekt hingegen wird nicht einer bestimmten Region zugeordnet, sondern ist die Bezeichnung für Schaumwein, hergestellt in ganz Österreich oder Deutschland. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Prosecco mit künstlicher Kohlensäure angereichert sein kann (Prosecco Frizzante). Sekt hingegen muss seine Kohlensäure durch eine zweite Gärung erhalten haben. 

Rebsorten

 

Auch die zu verwendeten Trauben sind bei Prosecco strenger geregelt als bei Sekt. So müssen 85 % des Traubenmaterials bei Prosecco von der Rebsorte Glera stammen. Bis Juni 2009 hieß diese Traube noch Prosecco-Traube, nun bezieht sich „Prosecco“ nur noch auf das Herkunftsgebiet. Seit 2021 hat das Prosecco Konsortium auch die Produktion von Prosecco-Rosé zugelassen, der neben mindestens 85 % Glera Trauben auch mindestens 10 % Pinot Nero Trauben enthalten muss. 
Bei Sekt gibt es keine strikten Vorgaben zu den verwendeten Rebsorten – alle Rebsorten sind erlaubt, wobei sowohl reinsortiger Sekt als auch Cuvées aus mehreren Rebsorten, weiß und rosé, möglich sind. 

Unterschiedliche Geschmacksprofile 

 

Prosecco zeichnet sich oft durch frische, fruchtige Noten aus und ist für seine Leichtigkeit bekannt. Auch ein etwas höherer Zuckergehalt (extra dry, dry) ist bei Prosecco nicht unüblich, wobei genauso herber (brut) Prosecco erzeugt wird. Sekt kann zwar ebenso ein frisches Geschmacksprofil aufweisen, jedoch beeinflusst die längere Reifung der Herstellungsmethode, vor allem bei der Flaschengärung, den Geschmack. Dieser kann auch von kräftigeren Aromen reifer Früchte, Toast- oder Hefenoten geprägt sein und einen längeren Abgang mit sich bringen. Die Geschmackspalette von Sekt ist aufgrund seiner Herstellung, der verschiedenen Trauben und der unterschiedlichen Regionen oft größer als beim leichten, fruchtigen Prosecco.

Daher wird Prosecco in Bars auch gerne zum Mixen von Aperitif-Getränken verwendet, da er sich aufgrund seiner Leichtigkeit und tendenziell ähnlichen Geschmacksrichtung sehr gut als Basis eignet.
 

Identer Alkoholgehalt 

 

Beim Mindestalkoholgehalt unterscheiden sich Sekt und Prosecco minimal: Sekt muss mindestens 10% Alkohol enthalten, Prosecco mindestens 10,5% bei Frizzante und 11% bei Spumante. In der Regel ist der Alkoholgehalt jedoch ähnlich und liegt meist zwischen 11% und 12%.

 

Unterschiede im Herstellungsverfahren 

 

Während es sich bei Sekt um einen Schaumwein handelt, dessen Kohlensäure durch die zweite Gärung (ausgelöst durch Zucker und Hefe) in der Flasche oder im Tank entsteht, gibt es bei Prosecco größere Unterschiede, die jedoch bereits in der Bezeichnung erkennbar sind.

  • Prosecco Tranquillo: außerhalb Italiens eher unbekannt, gibt es den Prosecco Tranquillo, einen Stillwein ohne Kohlensäure.
  • Prosecco Frizzante: hierbei handelt es sich um Perlwein, also Stillwein, der mit Kohlensäure versetzt wurde, mit unter 3 bar Druck.
  • Prosecco Spumante: die Kohlensäure entsteht bei der zweiten Gärung, wobei Prosecco Spumante üblicherweise durch das Tankgärverfahren hergestellt wird.

Sekt wird im Gegensatz dazu entweder nach der Tankgärmethode, Transversiermethode oder der Flaschengärmethode hergestellt.

 

Was ist teurer?

 

Die Frage, ob Prosecco oder Sekt teurer ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, da es in jeder Kategorie Qualitäts- und damit auch Preisunterschiede gibt. Zum Beispiel ist Sekt, der nach der Charmat-Methode (im Tank) hergestellt wurde, günstiger als Sekt, der nach der Traditionellen Methode hergestellt wurde. Ebenso ist Prosecco Frizzante günstiger als Prosecco Spumante, da bei ersterem die Kohlensäure durch Druck zugesetzt wird, während sie bei letzterem durch die zweite Gärung, meist im Tank, entsteht. Aber auch die regionale Bezeichnung DOC bzw. DOCG wirkt sich auf den Preis aus, da für Prosecco DOCG nur Trauben aus einem kleineren Gebiet (Conegliano, Valdobbiadene und Asolo) verwendet werden dürfen.

Dennoch gilt in der Regel, dass Prosecco tendenziell günstiger ist als Sekt. Dies liegt vor allem an der günstigeren Herstellungsmethode: Prosecco wird häufig durch Tankgärung erzeugt, während Sekt sowohl durch Tankgärung als auch durch die traditionelle Flaschengärung hergestellt wird.

 

Zusammenfassung: Sekt vs. Prosecco

 

Sekt kann sowohl aus Österreich als auch aus Deutschland stammen und nach der Charmat-Methode, der Transversiermethode oder der traditionellen Methode hergestellt werden.
Sekt wird also, als kohlensäurehaltiges Getränk, über eine Herstellungsart und nicht ein Herkunftsgebiet definiert. Prosecco ist ein Getränk mit geschützter Ursprungsbezeichnung aus dem Prosecco-Gebiet in Norditalien, genauer gesagt aus Friaul-Julisch Venetien oder Veneto.

Die Herstellungsmethode ist zweitrangig, da es von Stillwein über Frizzante und Tankgärung bis hin zur Flaschengärung verschiedene Varianten der Herstellung gibt und diese für die Bezeichnung Prosecco nicht ausschlaggebend ist. Im Allgemeinen zeichnet sich Prosecco durch seine Leichtigkeit und Fruchtigkeit aus. Sekt hingegen hat einen längeren Abgang sowie Toast- oder Hefenoten.

 

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Häufig gestellte Fragen

Prosecco ist ein Perl- oder Schaumwein aus dem Prosecco Gebiet in Norditalien und bezieht sich vor allem auf die Herkunft, aber ebenso auf die strenge Vorgabe der zu verwendenden Rebsorte, nämlich 85 % Glera-Traube. Sekt hingegen ist ein Schaumwein aus Österreich bzw. Deutschland, dessen Kohlensäure durch die zweite Gärung (im Tank oder in der Flasche) entstanden ist. 

Prosecco kann ein Schaumwein sein, so wie Sekt ein Schaumwein ist. Jedoch ist Prosecco kein Sekt, da Sekt Schaumwein aus Österreich bzw. Deutschland ist.
 

Auch wenn sich Prosecco meist durch seine Leichtigkeit auszeichnet, hat das nicht unbedingt mit seinem Alkoholgehalt zu tun, sondern mit der Herstellungsmethode. Sowohl Sekt als auch Prosecco haben meist einen Alkoholgehalt zwischen 11 % und 12 % Volumprozent.